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Auch wir haben mitgezittert – mit den Verbrauchern und den Online-Händlern. Grund dafür: die bei Deutschen so beliebte Lastschrift im Online-Handel, war ernsthaft bedroht.

Zum Hintergrund: Im Zuge der EU-Zahlungs­dienste­richt­linie PSD2 muss Mitte September die starke Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication, SCA) umgesetzt werden. Kurze Zeit war unklar, ob das auch die Lastschrift betreffen wird. Das wäre für den Online-Handel und die Verbraucher – sagen wir es mal so: eher suboptimal. Denn dann müsste sich der Nutzer auch hier anhand von zwei Faktoren aus den drei Kategorien, Wissen (z.B. Passwort oder PIN), Besitz (z.B. Mobiltelefon) und Eigenschaften (z.B. Fingerab­druck oder Stimme) authentifizieren. Beim Online-Banking eine bereits gängige und bei Verbrauchern akzeptierte Praxis – aber für den weitestgehend nutzeroptimierten Online-Einkauf störend und für das schnelle Shoppingerlebnis eher lästig!

Außerdem stellt sich ja hier durchaus die Frage ob der Schutz vor Betrug, den die PSD2-Richtlinie ja verfolgt, bei der Lastschrift in dieser Form überhaupt nötig ist. Denn Zahlungen per SEPA-Lastschrift können, auch unabhängig davon, ob eine starke Kundenauthentifizierung durchgeführt wurde oder nicht, bis zu acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen rückgängig gemacht werden. Das Risiko, das Geld zu verlieren, ist für den Zahler, also den Verbraucher, sowieso gering.

Nun, darüber brauchen wir uns jetzt keine Gedanken mehr zu machen. Denn im April hat die Bundesanstalt für Finanz­dienstleistungsaufsicht (BaFin) alles geradegerückt. In Deutschland wird das Lastschrift­verfahren weiter funktionieren wie bisher – ohne 2-Faktor-Authentifizierung.

Diese Entscheidung freut uns natürlich: für die Verbraucher und die Online-Shops. Die Verbraucher können weiter per Lastschrift zahlen – so bequem wie vorher auch. Und die Händler können diese beliebte Zahlungsart – die laut dem EHI-Institut in 2018 einen Umsatzanteil von 19,7 Prozent einnahm, auch weiterhin anbieten. Darüber freuen sich die Händler natürlich, denn es ist davon auszugehen, dass der Start der Maßnahmen im September ihre Konversionsraten zunächst einmal verringern – aufgrund der Anpassungen bei den anderen Zahlungsarten.  Die Kreditkarte zum Beispiel. Hier wird die starke Kundenauthentifizierung verlangt!  

Daher unser Appell an die Online-Händler, sich zeit­nah und intensiv mit den Vorgaben, Möglichkeiten und Folgen der aktuellen Zahlungs­dienste­richtlinie zu befassen. Denn der September kommt schneller, als man denkt!

Unsere offizielle Stellungnahme zum Thema finden Sie hier: https://www.boniversum.de/aktuelles/presse/bafin-entscheidung/

Bildquelle: ipoba / iStockphoto.com

Stephan Vila
Autor

Stephan Vila ist bereits seit 1996 für Creditreform tätig. Seit Januar 2019 verstärkt er die Geschäftsführung von Boniversum. Seine Themen sind Paymentlösungen und neue Trends im Risikomanagement.

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