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Frei nach dem Motto „Packen wir’s an!“ werden gerade viele von uns zu Heimwerkern. Die Baumarkt-Branche boomt. Und das auch zunehmend online. Dieser Trend verschafft dem E-Commerce in der DIY-Branche einen Schub.

Höhere Ausgaben für die eigenen vier Wände

Die Wände werden gestrichen, die Möbel gerückt und in Gedanken steht schon jetzt der Plan für die Neugestaltung des Gartens. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio planen ein Drittel der Befragten vor dem Hintergrund der Corona-Krise, zukünftig mehr Geld für Produkte rund ums Haus auszugeben. Die meisten der Befragten finden momentan einfach mehr Zeit, sich um bereits geplante Projekte zu kümmern (48 Prozent). Weitere 36 Prozent gaben an, dass es ihnen aktuell wichtiger denn je sei, sich in ihrem Zuhause wohlzufühlen. Das Zuhause ist nicht mehr nur ein Familien- und Rückzugsort. Es ist Büro, Schule, Spielplatz, Restaurant, Freizeit- und Erholungsraum in Einem.

Baumärkte boomen

Die Renovierungsfreude schlägt sich auch in den Umsatzzahlen der DIY-Branche nieder. Von Januar bis September 2020 erzielte die DIY-Branche ein Umsatzplus von 15 Prozent (online und offline, Quelle: BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V.). Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 blieben in einigen Bundesländern die stationären Baumärkte geöffnet. Anders ist es im zweiten, aktuellen Lockdown. Nur Handwerker und Gewerbetreibende haben weiterhin die Möglichkeit, vor Ort im Baumarkt einzukaufen. Für Privatpersonen bleibt derzeit nur die Option, online oder telefonisch bestellte Waren abzuholen. Der Trend zur direkten Bestellung im Onlineshop wird dadurch verstärkt.

Trend: Baumärkte legen im E-Commerce zu  

Insgesamt hat der E-Commerce in Deutschland in 2020 über alle Branchen hinweg stark zugelegt. Die vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.  (bevh) veröffentlichten Daten zur Entwicklung des E-Commerce zeigen: Die DIY- Branche hat 2020 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von mehr als 13 Prozent erzielt. Dass dieser Trend aber nicht ausschließlich auf die Corona-Krise bzw. den Lockdown zurückzuführen ist, lässt sich aus den Ergebnissen der aktuellen bevh E-Commerce-Verbraucherstudie ablesen. Sowohl Händler als auch Zusteller seien in der Wahrnehmung der Verbraucher besser geworden und unterstützten den Wachstumstrend im E-Commerce.  

Baumärkte als Spezialisten im E-Commerce – ein klarer Vorteil!

Das Vertrauen der Verbraucher in den digitalen Einkauf steigt. Aber warum sollten Verbraucher Produkte gezielt über den Onlineshop eines Baumarktes bestellen? Schließlich bieten breit aufgestellte Onlineshops, Marktplatzhändler und sogar Discounter DIY-Produkte an. Genau hier kommt die Expertise der Baumärkte ins Spiel. Stichwort Sortimentstiefe. Wenn für das individuelle Projekt alles aus einer Hand kommt, muss der Verbraucher sich nicht mühsam durch das Internet klicken. Das spart Zeit und im Idealfall wird alles in einer Sendung zugestellt. Darin steckt zusätzliches Umsatzpotenzial für den Händler: Im Onlineshop kann das gesamte Sortiment eines Baumarktes abgebildet werden, was im stationären Handel durch begrenzte Regalflächen nicht immer möglich ist.

Potenzial im E-Commerce nutzen

In der aktuellen Situation steckt für Baumärkte also erhebliches Potenzial. Das Konsumentenverhalten ändert sich gerade rasant. Auch Verbraucher, die dem Kauf im Internet bisher skeptisch gegenüberstanden, finden Vertrauen in diesen Kanal und werden ihn auch zukünftig nutzen. Der E-Commerce erhält Einzug in Branchen, in denen der Online-Anteil bisher überschaubar war, wie in der DIY-Branche. Baumärkte müssen neue Wege gehen und ihr Angebot dem sich ändernden Konsumverhalten anpassen.

Betrug verhindern – Risiken optimal managen Neue Wege bergen aber auch Risiken. So auch im E-Commerce. Denn Betrug und Datenmissbrauch nehmen zu und erfordern ein Umdenken in der Betrugsprävention. Gestohlene Identitäten oder verfälschte Angaben zu Namen oder Adressen sind nur einige Betrugsszenarien. Das Risikomanagement im Onlinehandel geht heute weit über eine reine Bonitätsprüfung hinaus. Um langfristig erfolgreich zu sein und Forderungsausfälle zu minimieren, ist deshalb ein effektives Risikomanagement unverzichtbar. Packen wir’s an!

Bildquelle: fotogrin / Shutterstock

Autor

Susanne Gerards ist bereits seit 2014 in der Creditreform-Gruppe tätig. Bei Boniversum ist sie Key-Account Managerin im E-Commerce mit besonderem Fokus auf die DIY-Branche. Durch ihre langjährige Tätigkeit in der Finanzbranche verfügt Susanne Gerards über umfassende Erfahrungen im Bereich Payment.