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Was war die Aufregung im letzten Jahr groß, als die EU-DSGVO in Kraft getreten ist. Große Verunsicherung auch auf Seiten der Unternehmen – freudige Gesichter aber bei den Verbraucherschützern, für die die Verordnung längst überfällig war.

Natürlich sind wir uns alle einig: Verbraucherschutz ist wichtig, keine Frage! Ob offline oder in der digitalen Welt, es braucht Gesetze, um die Rechte und Pflichten von Verbrauchern und Unternehmen zu definieren und zu sichern. Der Verbraucher soll jetzt Herr seiner Daten werden und somit selbst entscheiden können, wer seine Daten bekommt und wieviel er über sich preisgeben möchte. Richtig so und ein guter Ansatz und besonders in der digitalen Welt von Bedeutung, denn Daten werden hier gehandelt wie bares Geld. Die EU-DSGVO also eigentlich ein richtiger Schritt in Richtung Verbraucherschutz – doch vielleicht ist die Regierung damit etwas übers Ziel hinausgeschossen oder formulieren wir anders: es hapert doch noch an einigen Stellen…

Schauen wir uns doch mal an, was seitdem passiert ist. Eigentlich sollte doch mit der Verordnung insbesondere großen Datensammlern ein Riegel vorgeschoben werden. Klingt zunächst gut, aber wie sieht die Praxis aus? Wie berührt die EU-DSGVO eigentlich Giganten wie PayPal und Amazon? Oder Facebook? Hier werden sind ja nun wirklich eine Menge sensibler personenbezogener Daten im Spiel. Aber wir hören auch nach Inkrafttreten der Verordnung immer wieder von Datenskandalen rund um das soziale Netzwerk – zu dem ja bekanntlich schon längst viel mehr Dienste gehören. Facebook hat daher eine Fülle an Daten, die die User aber – das darf man nicht vergessen – ganz freiwillig zur Verfügung stellen. Und die EU-DSGVO greift? Nicht wirklich! Klar die hohen angedrohten Strafen wirken sicherlich auch auf Unternehmen wie Facebook abschreckend, schaden ihnen aber ja nur bedingt.

Auf der anderen Seite: die kleinen Unternehmen. Diesen macht die Verordnung in der alltäglichen Praxis zu schaffen und die eigentlichen Leidtragenden der EU-DSGVO sind diese kleinen Unternehmen. Insbesondere kleine Online-Händler, bei denen die Nutzung personenbezogener Daten wichtige Basis des Geschäfts ist. Dass die Nutzung der Daten bei ihnen weiterhin rechtskonform abläuft, verlangt den Unternehmen immer noch so einiges ab.

Und jetzt? Nachbessern und zwar schnell. Das größte Problem der DSGVO liegt einfach darin, dass sie nicht zwischen dem Sportverein vor Ort und einem Großkonzern differenziert. Eine Art „Waffengleichheit“ muss hier geschaffen werden.

Aber ganz klar: Die EU-DSGVO hat das Bewusstsein für Datenschutz auf allen Seiten deutlich gesteigert und das ist auch gut so! Aber ich bleibe dabei: gerade bei Großkonzernen wie Facebook, PayPal oder Amazon, die mit Unmengen von persönlichen Daten hantieren, bleibt Verbesserungsbedarf in Bezug auf den Schutz persönlicher Daten!

Bildquelle: coffeekai / istockphoto.com

Ralf Zirbes
Autor

Ralf Zirbes ist seit Oktober 2014 Geschäftsführer von Boniversum. Davor war er mehrere Jahre in unterschiedlichen Verantwortungen im Bereich Inkasso und Auskunftei für namhafte Unternehmen der Branche tätig – er brennt für die Themen Digitalisierung und Agilität!

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